Ernst Weber
22.06.2018

Handelsbeziehungen vertiefen und Bio-Standards weiterentwickeln

Über 70 Vertreter von Bio-Läden und -Händlern aus ganz Süddeutschland nutzten das BODAN-Partnerforum 2018, um lebendige Einblicke in die Arbeit von Bio-Projekten in Europa und Übersee zu gewinnen. Gemeinsam haben die Teilnehmer ausgelotet, wie wir Beziehungen zu fern gelegenen Bio-Anbau-Regionen vertiefen können.

 

Überlingen, 20. Juni  2018  |  Wie können wir Partnerschaften im Handel auch mit Bio-Landbauern aus fernen Ländern vertiefen und Qualitäten über reine Bio-Labels hinaus weiterentwickeln? Wie nachhaltige Regionalentwicklung z.B. über Kooperativen zum Bananen-Anbau in Afrika oder Tee-Bauern in Asien fördern? Diese Fragen haben die Teilnehmer des BODAN-Partnerforums am vergangenen Wochenende bewegt. Jedes Jahr lädt der Naturkostgroßhändler vom Bodensee Inhaber und Mitarbeitende aus Bioläden in ganz Süddeutschland nach Überlingen ein, um aktuelle Projekte vorzustellen, Zukunftsfragen zu diskutieren, Bio-Lieferanten und -Ladner persönlich ins Gespräch zu bringen.

 

In diesem Jahr lag der Fokus auf der Qualität der Beziehungen mit Bio-Erzeugern in Europa und Übersee. BODAN-Geschäftsführer Sascha Damaschun präsentierte u.a. ein neues Kommunikations-Format: Unter dem Slogan „Grenzenlos Bio“ vermitteln bildstarke Faltblätter lebendige Eindrücke von den Menschen, die hinter Ananas, Zitrusfrüchten und anderem importierten Obst und Gemüse stecken, von ihren Regionen und Lebenszusammenhängen. Und sie geben Einblick in spannende Bio-Landbau-Entwicklungsprojekte vor Ort.

 

Gast-Redner beim Partnerforum war auch Ernst Weber. Seit 1990 bringt der Bio-Pionier v.a. frisches Obst und Gemüse nach Deutschland – anfänglich nur aus Italien, inzwischen aus über 20 Ländern. Doch sein Unternehmen ist weit mehr als ein Importeur. Weber und sein Team bringen sich mit viel Engagement in die Projektentwicklung vor Ort ein. Gleiches gilt für Naturkost Schramm aus Appenweier und Biotropic aus Duisburg. So gab Dominique Messmer von Naturkost Schramm Einblicke in die Arbeit der „Compost Cooperation“ zum Aufbau von Humus in Andalusien und in die Zertifizierung von Anbauprojekten nach sozialen Kriterien unter der Marke „Sivisio“. Sascha Suler schilderte, wie Agrar-Ingenieure von Biotropic Bauern in Afrika, Asien und Amerika beim Aufbau neuer Plantagen und der Vermarktung unterstützen.

 

Deutlich wurde: Jedes Anbau-Projekt ist getrieben von einer individuellen Vision für die Entwicklung von Lebens- und Wertschöpfungszusammenhängen in der jeweiligen Region.

 

Nach dem Blick auf spannende Betriebe im Ausland konnten die Teilnehmer des Partnerforums direkt in die Bio-Erzeuger-Szene am Bodensee eintauchen. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zum benachbarten Hofgut Rengoldshausen, Partner im regionalen Netzwerk „WIR. Bio Power Bodensee“, das BODAN mit ins Leben gerufen hat. Zusammen mit den Bio-Bauern, Landbau-Schülern und Gästen aus der ganzen Region konnten sie hier auch das 40-jährige Jubiläum der Freien Landbauschule Bodensee mitfeiern.